Frauenfeindlich

The Times of London

Urinal in Rejkjavik: Seit kurzem können Isländer ihre Notdurft auf Abbildungen jener Banker verrichten, die für den Fast-Bankrott des Landes verantwortlich zeichnen.

Der Isländer an sich, derzeit pleite, doch von je her gerechtigkeitsfanatisch und renitent, hat unter den ohnehin liberalen Skandinaviern den Ruf, besonders tolerant, freizügig und egalitär zu sein. Da verwundert es nicht, dass mit Johanna Sigurdardóttir die erste offen lesbische (und mit der bekannten Schriftstellerin Jonina Lesdottir verheirateten) Frau Ministerpräsidentin wird. Auch wundern uns Schlagzeilen wie jene in der Financial Times nicht, wonach „Männer und ihr Peniskomplex“ schuld an der derzeitigen Misere in Island seien (O-Ton Halla Tomasdottir, designierte Finanzministerin Islands). Was uns allerdings seltsam anmutet ist die Einrichtung jener Urinale, wie Sie im Bild oben zu sehen sind. Seit kurzem können Isländer ihre Notdurft auf Abbildungen jener vier Banker verrichten, die als Vorstände der Banken Kaupthing, Landsbanki, Glitni und Straumur für den Fast-Bankrott des Landes verantwortlich zeichnen. Wir fragen uns angesichts der landestypischen Gleichberechtigung: Wie verarbeiten die Isländerinnen ihren Schmerz?

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