Für das kommende Sommerwochenende wollen wir Ihnen drei Bücher ans Herz legen: Ein Werk über die oft gänzlich Banalen Gründe dafür, dass einer erfolgreich ist – und der andere nicht. Und die Biografie von Warren Buffett – einer der reichsten Männer der Welt. Oder darfs ein wenig praktischeres sein? Dann könnten Sie sich Doug Stevenson zulegen, der ihnen erklärt, wie Sie mit Storytelling im Job erfolgreich kommunizieren lernen.
Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht.
Malcolm Gladwell
Campus Verlag, Frankfurt 2009
Auf der Suche nach den Ursachen für Erfolg muss keinesfalls Genforschung betrieben werden – oder auch nur nach Talent und Fleiß gesucht werden, wie Malcolm Gladwell in diesem hervorragend geschriebenen und kurzweilig zu lesenden Buch verrät. Es ist vielmehr eine Mischung von Begabung, der Gelegenheit und dem kulturellen Erbe. Gladwell führt als Beispiel die Jungs der kanadischen Eishockeyliga an. Mehr als die Hälfte von ihnen ist in den Monaten Januar bis März geboren. Eishockey – ein Fall für Steinböcke und Wassermänner? Mitnichten, eher ein Fall des Zulassungstermins am 1. Januar: Wer als Kind zu trainieren beginnt, entwickelt mit einem Altersvorsprung von fast einem Jahr gegenüber den am Ende des Jahres Geborenen einen körperlichen Vorsprung. Ähnlich verhielt es sich mit den Computerpionieren Steve Jobs und Bill Gates. Gladwells sind für Normalsterbliche beruhigend.
Warren Buffett. Das Leben ist ein Schneeball.
Alice Schroeder
Finanzbuch Verlag, München 2009
Die Biografie des reichsten Mannes der Welt entstand über einen Zeitraum von fünf Jahren, in dem die Autorin, im Hauptberuf Analystin in der Versicherungsindustrie, laut Eigenbekunden zu einer von „Buffetts Leuten“ wurde. Buffet ist der geborene Investor: Schon als Kind berechnete er, ob sich Frömmigkeit lohnt, indem er die Lebensdaten der Kirchenliedkomponisten heranzog. Er hat aus Berkshire Hathaway, einem ehemaligen Textilunternehmen, durch Firmenkäufe eine Investmentholding aufgebaut, die nicht nur bei ihren Aktionären Kultstatus genießt: Seit 1964 konnte Berkshire Hathaway einen Wertzuwachs von über 300.000 Prozent erzielen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im langfristigen, kontinuierlichen Vermögensaufbau. Weil er zu altmodischen Werten wie Coca-Cola und Procter & Gamble hielt, bewahrte ihn das bekanntlich vor der Ansteckung des DotCom-Fiebers. Doch gegen die explodierende Krise scheint auch er nicht immun: 2008 hat dem Investor vier Gewinnrückgänge in Folge beschert, die schlechteste Ergebnisserie seit 13 Jahren.
Die Storytheater-Methode. Strategisches Geschichtenerzählen im Business.
Doug Stevenson
Gabal Verlag, Offenbach 2008
Fast jeder kennt das aus beiden Perspektiven, der des Zuhörers und des Vortragenden: Das Thema ist von Relevanz, der Referent kompetent, und trotzdem will sich die geballte Aufmerksamkeit nicht so recht einstellen. Der Autor, ein gefragter Vortragstrainer in den USA, erläutert Schritt für Schritt, welchen persönlichen Nutzen das „Storytheater“ bringen kann. Fazit: Trotz innerer Widerstände der Rezensentin – durchaus umsetzbar „erzählt“.