Für die kommenden Tage wollen wir Ihnen drei Titel ans Herz legen. Welche Lehren Führungskräfte aus der Polarexpedition von Ernest Shackleton ziehen können, dem geht Peter Baumgartner und Rainer Hornbostel auf den Grund. Verpackt in einem spannenden Thriller erzählt Erik Larson von den tücken technischen Fortschritts – ein Muss für technologieaffine Führungskräfte. Nicht mehr ganz neu ist das Werk von Harald Winkler – aber aktueller denn je. In „Mut zum Branchenwechsel“ zeigt er, wie man sich gezielt auf berufliche Veränderungen vorbereitet und wo man gegebenenfalls professionelle Unterstützung erhält. Viel Spass beim Lesen!
Peter P. Baumgartner, Rainer Hornbostel: Manager müssen Mut machen – Mythos Shackleton.
Eine Expedition bricht ins Eismeer auf. Im Sommer 1914 entschwindet sie beinahe aus der Welt, um fast hundert Jahre später in der Managementliteratur wieder aufzutauchen. Ihr Expeditionsleiter: der legendäre Antarktis-Forscher Sir Ernest Shackleton, Gentleman, Charmeur und Abenteurer – sein Charisma ist schon zu Lebzeiten berühmt. Sein Name wird oft mit dem Attribut „mythisch“ bedacht. Das Buch entführt den Leser in die spannende Begebenheit der schicksalhaften Endurance-Expedition, verknüpft diese mit der Person Shackletons und der Polarforschung an sich. In diesen historischen Zusammenhang eingewoben ist seine Führungskunst, insbesondere unter dem Gesichtspunkt zentraler Fragen zu Unternehmensphilosophie und Neuausrichtung, begleitet und vertieft durch konkrete Fallbeispiele.
Erik Larson: Marconis magische Maschine. Ein Genie, ein Mörder und die Erfindung der drahtlosen Kommunikation.
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2009
In der Zeit um die Jahrhunderwende waren die Menschen verrückt nach technischen Erfindungen und psychologischen Erkenntnissen. Ein Zusammentreffen beider Aspekte verwebt der Erfolgsautor Larson in diesem Buch: Wie mit Hilfe von drahtlosen Kommunikation ein übers Meer fliehender Mörder gefasst wurde. Er, der Arzt Dr. Hawley Crippen, hatte 1910 in London seine Frau getötet und zerstückelt, und war nun mit seiner Geliebten an Bord des Ozeanliners „Montrose“. Dessen Kapitän erkannte die beiden Verkleideten und funkte mittels Marconistation die Meldung nach England. Diese wurde weltweit in der Presse aufgegriffen, und ein Millionenpublikum verfolgte atemlos die Schiffreise der ahnungslosen Flüchtigen vom „Londoner Kellermord“ und ihre Verfolgung durch Scotland Yard – eine Art Vorläufer des O.J. Simpson-Falles. So schrieb eine Zeitung, der Funk „habe bewiesen, dass ein Krimineller auf dem Weg von einer Seite des Atlantiks zur anderen in einem gläsernen Gefängnis sitzt, in dem er den Augen des Publikums viel mehr preisgegeben ist, als wenn er an Land geblieben wäre“. Larson versteht es meisterhaft, das Ambiente dieser letzten Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zu vermitteln; er schildert detailliert und lebhaft die komplexen Biografien der beiden Protagonisten, des verbissenen Physikers Guglielmo Marconi und des als empfindsam beschriebenen Arztes Crippen. Er beschreibt das erfinderische Umfeld und die Konkurrenz der Männer, die gerade dabei waren, die Standards in jungen Wissenschaften zu setzen und macht klar, wie leidenschaftlich Fachleute wie Laien sich für die neuen Wunderdinge interessierten.
Harald Winkler: Mut zum Branchenwechsel
Durch den Stellenabbau in vielen Branchen bleibt nur der Blick über den Tellerrand, der Branchenwechsel. Er eröffnet Berufstätigen, die sich in einer Situation der Neuorientierung befinden, darüber hinaus ganz neue Möglichkeiten. Mit zahlreichen Analysen, Checklisten und Tests hilft Harald Winkler dem Leser herauszufinden, ob der Wechsel überhaupt sinnvoll ist, welche Potenziale er mitbringt, welche Chancen sich ihm bieten und welche Branchen tatsächlich infrage kommen. Außerdem zeigt er, wie man sich gezielt auf den Wechsel vorbereitet und wo man gegebenenfalls professionelle Unterstützung erhält.