DOSSIER: WÄHRUNGEN

Der Dollar wertet ab – hat die Weltwährung abgewirtschaftet?

Kompakt in so genannten Dossiers wollen wir Ihnen an dieser Stelle zukünftig die wichtigsten Einsichten zu Standardfragen des wirtschaftlichen Handelns liefern. Ob Rohstoffpreise, Währungen, Zinsen oder Inflation – hier finden Führungskräfte die Perspektive der wichtigsten Leitartikler und Blogger zum Thema der Woche. Aktuell  diese Woche: Der Dollar – beziehungsweise dessen gradueller Verfall auf das Niveau von 1,4.

Zu den aktuellen, kurz- bis mittelfristigen Aussichten möchte ich Ihnen die Analyse der Financial Times Deutschland ans Herz legen. Demnach befeuern derzeit Spekulanten den Abstieg des Greenback. Jahrelang, so die FTD, waren der Yen und der Schweizer Franken die beliebtesten Finanzierungswährungen für riskante Devisengeschäfte. Jetzt hat der niedrige Zinssatz in den USA und damit der Dollar Yen und Franken verdrängt. Die unzähligen Carrytrades die jetzt geschlossen würden, setzen den Dollar über die kommenden Monate unter starken Abwertungsdruck.

Etwas globaler geht es der US-Ökonom Kenneth Rogoff in seiner Analyse an. Er sieht den Dollar, wie er etwa hier im Interview mit dem US-Finanzsender Bloomberg erklärt, an einer Weggabelung. Eine weitere Verschuldung des US-Staates führe zu Vertrauensverlusten bei jenen, die derzeit noch US-Schuldscheine kaufen (also vorwiegend den Chinesen). Denn diese mutmassen schon lange, dass die aufgehäuften Schulden über die Jahre weginflationiert werden dürften (wie schon in den 70er Jahren). Sie decken sich daher mit Edelmetallen ein oder kaufen Schuldscheine vertrauenswürdigerer Emittenten – jedenfalls keine Greenbacks. Im Gespräch mit der heimischen Tageszeitung Der Standard warnte Wirtschaftsnobelpreisträger Myron Scholes schon im August vor einer heraufziehenden Dollarkrise. Ähnliches meint der legendäre Investor Jim Rogers zu Wochenbeginn gegenüber dem US-Börsensender CNBC. Derweil macht sich Corporate America schon einmal mit der Tatsache vertraut, dass die vorherrschende Dollarmacht schwinden könnte. „Nix the Dollar“ heisst das spannende Stück, das im aktuellen Forbes Magazine erschienen ist. Tenor – und zugleich Subtitel: „It is time to end the Buck’s role as the worlds currency“.

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