DOSSIER KONJUNKTUR

Ist der Optimismus verfrüht?

Die weltweiten Aktienmärkte klettern in über alle Barrieren. Der ATX hat längst die 2500 zurückerobert, der britische FTSE-100-Index stieg in dieser Woche über 5 000 Punkte, während der S&P-500-Index seit über einem Monat oberhalb von 1.000 Zählern rangiert. Sind dies Vorboten einer kräftigen Konjunkturerholung? Der britische Ökonom Edward Hades sieht darin im Handelsblatt lediglich eine durch enorme Staatsausgaben liquiditätsgetriebene Hausse, die durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt ist. Ähnlicher Tenor in der traditionell Kritischen Financial Times Deutschland. Spätestens durch Lehman wurde klar, so die anonymen FTD-Blogger der Rubrik „Das Kapital“, dass manche Geld nicht mehr als Schmier-, sondern als Antriebsmittel betrachten. Das Fazit der FTD: Wenn überhaupt, ist Kapital derzeit nur ein Aufputschmittel mit entsprechend kurzfristiger Wirkung. Vor dem Platzen der chinesischen Blase warnt Frank Wiebe, Finanzexperte des Handeslblattes in seinem Blog.

Wirklich spannend ist diese Woche der Blog des als Mr. Dax bekannt gewordenen Börsenhändlers Dirk Müller. Auf seiner Seite Cashkurs weist er minutiös nach, wie die US-Regierung über Strohmänner eigene Schuldscheine aufkauft. Nicht etwa, um Liquidität zu schaffen, sondern um die traditionelle zweieinhalbfache Überzeichnung der Auktionen sicherzustellen. Alles andere als eine solche Überzeichnung würde nämlich die US-Kreditwürdigkeit und ultimativ den Dollar in Frage stellen. Ein Lese-Muss! Zuletzt noch ein Verweis auf den aktuellen Krugman. Wirklich spannend, was der US-Ökonom zur Konjunkturentwicklung zu sagen hat…

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