Kommt jetzt die Inflation?
Die Arbeitslosenzahlen steigen, Konsumenten sparen, Unternehmen steigen (auch mangels finanzierungswilliger Banken) auf die Investitionsbremse: Und trotzdem geistert das Gespenst der Hyperinflation wie in den 70er Jahren durch die Vorstandsetagen. Kein Wunder: Immerhin drücken Notenbanken die Zinsen in den Keller, pumpen Regierungen Billionen in die Märkte – und nehmen dafür Schulden auf, die durchaus Zweifel am Wert einiger Währungen (Dollar, siehe Dossier Währungen in diesem Blog) aufkommen lassen. Und trotzdem bezweifeln Experten, dass mit Inflation – zumindest mittelfristig, also bis Ende kommenden Jahres – zu rechnen ist. Der Finanzinvestor Henry Blodget macht in seinem Blog einen guten Punkt: „Wenn einem schon der Taxifahrer von Inflation und steigenden Zinsen erzählt, ist klar, dass sie nicht kommen“ meint er – und untermauert diese These bestechend. Gleicher Tenor im Blog „Seeking Alpha“, diesmal volkswirtschaftlich untermauert: Die Deflationskräfte Arbeitlosigkeit und das erzwungene Sparen in den USA werden den Stimulus der Geldflutung bei weitem überwiegen. Was für einen Zinsanstieg – also eine Geldverknappung aufgrund hoher Geldentwertung – spricht, fasst die New York Times zusammen. Ein wenig aufgeregter tut dies auch die (nicht immer frei von Partikularinteressen berichtende) Finanznachrichten-Plattform Bloomberg. Der Standard-Blogger Eric Frey und seine Meinung zum Thema Lohnrunde 2009 („Die Mär von der Kaufkraft“) sei Ihnen angesichts der Schalmeientöne der kommenden Hyperinflation ebenfalls ans Herz gelegt.