Zwei Bücher wollen wir Ihnen dieses Wochenende ans Herz legen. Rainer Hanks Werk „Der amerikanische Virus“ widmet sich den populären Irrtümern der Finanzmärkte – wer wie der Autor dieser Zeilen an der Selbstheilungskraft der Märkte zweifelt, wird gefallen an diesem Buch finden. Ausserdem: Ein nicht minder spannendes Portrait von Rudolf Diesel, dem grossen Erfinder, der unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben kam. Hier die Details:
Rainer HankBlessing Verlag, München 2009.
Der amerikanische Virus. Wie verhindern wir den nächsten Crash?
„Das Geld hat sich selbst nicht im Griff“, wusste schon Walter Bagehot, Herausgeber des „Economist“, in der Mitte des 19. Jahrhunderts. den vergangenen drei Jahrzehnten wurden er (und wir) mit einem Bild der Wirtschaft sozialisiert, in dem vom Homo Oeconomicus die Rede ist, von der Stabilität und der Selbstheilungskraft der Wirtschaft. Für unsere Generation ist die Erkenntnis, dass unsere Welt trotz aller vermeintlichen Beherrschbarkeit instabil ist, eine neue Erfahrung. Trotzdem will sich der Autor, Wirtschaftsressortchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, nicht von der Idee verabschieden, dass der freie Markt als einziger zur Mehrung von Wohlstand geeignet ist. Hank zeichnet den geschichtlichen Verlauf des angelsächsischen Kapitalismus, zieht Vergleiche zur Wirtschaftspolitik im New Deal, stellt Betrachtungen zu Gier und Risiko an und hinterfragt die Rolle der üblichen Verdächtigen. Pointiert widmet er sich populären Irrtümern und Regeln für die Finanzmärkte. „Kaufe nur, was du auch verstehst.“: Da könnten wir das Leben bleiben lassen und auf so gut wie alles verzichten, was andere herstellen. Wohltuend an Hanks Ausführungen ist sein Blick des studierten Philologen und Philosophen, der die Marktmechanismen in einen erweiterten Kontext setzt.
Viktor Glass
Diesel.Rotbuch Verlag, Berlin 2008.
Rudolf Diesel, 1858 geboren, gilt als einer der großen deutschen Erfinder. Er machte Schiffe unabhängig von Zwischenstopps zur Ladung von Kohle, die die damals üblichen Dampfmaschinen antrieb. Und sein Motor funktionierte ohne das Petroleum des vorherrschenden Öl-Trusts von John D. Rockefeller, der ihn seinen „Todfeind“ nannte. Doch Diesel diente sich weder den Monopolisten noch dem Vaterland an, das gerade für den Ersten Weltkrieg rüstete. Eine Menge Feinde also, die der Erfinder hatte, als er am Abend des 29. September 1913 in Antwerpen an Bord ging, um nach London überzusetzen – am nächsten Morgen war er verschwunden. Bis heute ist nicht geklärt, wie Diesel starb. Viktor Glass verfolgt die Mordtheorie und zeichnet in einem Roman Diesels Lebensgeschichte nach – spannende Lektüre!