Zwei Bücher wollen wir Ihnen dieses Wochenende ans Herz legen. Das wirklich lesenswerte Werk einer ehemaligen Personalmanagerin in der Industrie, die mit geschultem Blick Führungsfehler und Kommunikationsfallen aufzeigt und die spannenden Aufzeichnungen eines privaten Geschädigkten dieser Wirtschaftskrise sollten Sie in diesen Tagen unbedingt zur Hand nehmen. Weiterlesen…
Maren Lehky: Was Ihre Mitarbeiter wirklich von Ihnen erwarten.
Campus Verlag, Frankfurt 2009
Wir erwarten intuitiv, dass jemand, dem mehr Macht zusteht als uns selbst, wenigstens intelligenter, integrer, größer und auch schöner als wir selbst zu sein habe. (Tatsächlich spielt Körpergröße eine Rolle bei der Besetzung von Chefposten.) Dazu soll er belastbar und standfest sein, Kritik vertragen und verständnisvoll sein. Das bringt natürlich keiner, und so stauen sich gerade in wirtschaftlich bitteren Zeiten die enttäuschten Erwartungen zum Phänomen „Mitarbeiter schimpft über Vorgesetzten“. Hier versucht die Autorin, ehemalige Personalmanagerin in der Industrie, den gegenseitigen Blick auf beide Seiten. Sie beschreibt die Befindlichkeiten von Menschen, die sich einer wandelnden Arbeitwelt stellen müssen oder in Unternehmen arbeiten, an denen ständig „herumgedoktert“ wird mit neuem Management und wechselnden Strategien. Andererseits untersucht sie Führungsfehler und Kommunikationsfallen, die in Frust und Angst seitens der Mitarbeiter führen. Lehky beschreibt dies mit dem geschulten Auge der Beraterin, ohne verkopfte Analysen vorzunehmen
Robert Lackner: Diagnose Unmäßigkeit.
BoD Verlag, Norderstedt 2009
Wirtschaftskrise aus der Sicht eines privaten Geschädigten: Der Autor, Jahrgang 1945, sieht seine Altersvorsorge geschwunden und räsonniert über die Ereignisse. Er lässt den Hergang Revue passieren, macht Gewinner und Verlierer aus, beleuchtet Anlageformen und -objekte und sucht nach den Ursachen. Als Generalübel macht er eine Gesellschaftkrise aus: Eine Mischung aus „Gier der Massen” und „Gier skrupelloser Spekulanten” hat die Finanz- und Wirtschaftswelt an den Rand des Abgrundes gebracht. Das gilt auch für andere Lebensbereiche, die durch begrenzte Ressourcen bestimmt und an bestimmte Bedingungnen geknüpft sind. Um besser damit umzugehen, bedarf es global abgestimmter und verbindlicher Spielregeln und einer Rückbesinnung auf ethische Tugenden.