Dossier: Konjunktur

Crack-up-Boom?

Der österreichische Volkswirt Ludwig von Mises (1883-1971) kommt wieder in Mode. Seine Theorie vom „Crack-up-Boom“ , wonach eine Volkswirtschaft, die exponentielle Kreditexpansion erlebt, auf einen Punkt zustrebt, an dem die Aufblähung außer Kontrolle gerät, erinnert nicht wenige Beobachter an das derzeitige Szenario in den USA. In ihrem Bemühen, die durch Überschuldung geschwächte Finanz und Realwirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren pumpen die Regierungen und Notenbanken soviel Liquidität in den Markt, dass es zu einem massiven Auseinanderdriften von Finanz- und Realwirtschaft kommt, was sich in den durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigten Anstieg von Aktien, Rohstoffen und Gold in den letzten Monaten zeigt, meinen etwa die Berater von Ipos hier. Ihr durchaus lesenswertes Szenario: Nach dem Auslaufen der fiskalpolitischen Stimuli kommt es nächstes Jahr zu realwirtschaftlicher Ernüchterung – und weiteren Konjunkturpaketen, wie diese in den USA auch von renommierten Ökonomen (siehe Krugman) bereits gefordert werden. Dem Liquiditätsentzug (Zinsanhebung), der spätestens Ende kommenden Jahres erfolgen muss folgt dann der finale Vertrauensverlust in die Fiskal und Geldpolitik, die ab 2011 zu einer breite Flucht in Realwerte (Goldpreis!) und Güter führt. Zugegeben, die Anhänger von Mises zeichnen ein pessimistisches Bild – gänzlich unmöglich scheint das Szenario jedoch nicht.

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