Der Euro: Gut für Österreich – schlecht für Irland
Dies- und jenseits des Atlantiks rätseln Ökonomen, welche Auswirkungen die Gemeinschaftswährung Euro auf Länder wie Griechenland, Irland oder Spanien hat. Die drei Länder gelten als von der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen – und der Euro verschärft die Probleme für Madrid, Dublin und Athen auch noch. Paul Krugman beschreibt in seiner Kolumne für die New York Times anschaulich: Würden Drachmen, Peseten und Irisches Pfund noch existieren, könnten – ja müssten! – die Währungen in den letzten Monaten massiv abgewertet haben. Dies würde die Ausfuhren und Dienstleistungen aus Spanien, Griechenland und Irland international verbilligen, Importe verteuern und so die lokale Wirtschaft ankurbeln. Erinnern Sie sich noch an die Abwertungswellen der italienischen Lire in den 80er und 90er Jahren, die damals die heimische Industrie geplagt haben? Doch solche Tricks können in Spanien, Griechenland und Irland nun nicht angewandt werden. Im Gegenteil: Die relative Stärke der Euro-Kernländer Deutschland, Frankreich, Benelux und Österreich und die Schwäche des Dollar (sowie des an den Dollar gekoppelten chinesischen Renmimbi) führt zu immer neuen Euro-Höchstständen. Die Argumente der Euro-Befürworter, wie etwa der kalifornische Uni-Professor Barry Eichengreen argumentieren, das Beispiel USA liefere den Gegenbeweis: Auch hier würde eine Währung ähnlichen lokale Wirtschaftskrisen gegenüberstehen – etwa im praktisch insolventen Kalifornien. Diese Bundesstaaten müssten jetzt, wie eben Griechenland, Irland oder Spanien, durch jahrelange Lohnzurückhaltung, Budgetdisziplin und staatliche Sparprogramme ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Das Fazit beider Denkschulen ist dabei erstaunlich ähnlich: Für relativ wettbewerbsfähige Volkswirtschaften wie Österreich ist der Euro derzeit ein Segen – für krisengeschüttelte Länder ein Mühlstein. Ein Zurück gibt es für die Mitgliedsstaaten nicht mehr.