Ist das ein Grund für die griechische Tragödie?

 

Dossier: Staatspleite


Ist das ein Grund für die griechische Tragödie?

Die Schlagzeilen der Wirtschaftsblätter waren in den letzten Wochen voll davon: Griechenland erwartet heuer ein Budgetdefizit von über 12 Prozent – und hat Schwierigkeiten, neue Staatskredite aufzunehmen. Die Angst vor einem Bankrott der Hellenen wurde in den vergangenen Tagen zum globalen Problem, wie die Financial Times Deutschland („Griechische Tragödie wird zum weltweiten Drama“) titelt. Doch warum ist dies erst jetzt ein Problem? Dass das kleine Griechenland (11 Millionen Einwohner) seine Budgetzahlen schon seit der Euro-Einführung türkt ist ärgerlich, aber allgemein bekannt. Dass heuer 12 Prozent Defizit drohen, ist ebenfalls seit September kein Geheimnis. Die Redakteure der Financial Times haben jetzt einen interessanten Hintergrund aufgedeckt: Offenbar droht Griechischen Unternehmern ein doppelter Schlag. Denn offenbar wetten derzeit so genannte Leerverkäufer (also Händler, die auf ein Fallen der Schuldverschreibungen dieser Länder zählen) ganz massiv gegen die Staatsanleihen von Rumänien. Da am rumänischen (und bulgarischen) Markt vorwiegend griechische Banken tätig sind – und auch die Wirtschaft ziemlich eng verflochten ist, wären die Hellenen doppelt betroffen, wie die Financial Times analysiert. Das Schreckensszenario: Krise im eigenen Land, Kollaps am Hauptmarkt.

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