Euro-Pleiteländer: Beängstigend treffsichere Prognose

Der Mann ist weder ein Volkswirt mit einer politischen Agenda noch einer der vielen angelsächsischen Euro-Hasser. Und doch hat er, vor genau zwölf Jahren vorhergesagt (Krugman-Blog), was jetzt eingetreten ist: Die de facto (oder möglicherweise sogar tatsächliche) Zahlungsunfähigkeit von Griechenland, Portugal, Italien und Spanien. Die Argumentation damals: In einem Währungsraum, der weder interne Transferzahlungen (also europaweite Steuern, die schwachen Regionen zu Gute kommen) und geringer Arbeitskräftemobilität (Sprachbarrieren) bauen sich über die Jahre Ungleichgewichte auf, die letztlich zu einer Zahlungsunfähigkeit der schwächsten Mitglieder führen müsse, so Krugman vor 12 Jahren. Seine Prognose: Dies werde etwa 10 Jahre dauern. Er hat sich um 2 Jahre verschätzt – dies ist aber auch schon der einzige Vorwurf, den man dem Nobelpreisträger – und kunstsinnigen, europhilen Intellektuellen – machen kann.

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