Lektüre für das Pfingstwochenende

Für das lange (und hoffentlich endlich sonnige) Pfingstwochenende haben wir drei aktuelle Buchtitel für Sie herausgegriffen. Die Neuauflage seines Management-Klassikers Mythos Motivation, die Reinhard Sprenger im Mai auf den Markt gebracht hat, bringt selbst für Leser des Erst-Werkes neue Einsichten. Ausserdem: Einsichten aus der Giftküche des Managements, wie Sie Burnout verhindern – und Konflikte durch Moderation klären. Hier sind die Details:

Reinhard Sprenger: Mythos Motivation. Wege aus einer Sackgasse. Aktualisierte Neuauflage.
Campus Verlag, Frankfurt 2010

Es ist ein vor fast 20 Jahren erschienenes Buch, das inzwischen zum Klassiker geworden ist – und neu aufgelegt wurde. Mythos Motivation. Die These des Autors: Mechanische Motivierungssysteme, die starr an ein Kriterium gekoppelt sind, führen dazu, dass sich die Mitarbeiter auf die Kalkulation und Manipulation des variablen Einkommensanteils konzentrieren, statt sich um den Kunden und den Wettbewerb zu kümmern. Ihre Energie fließt nach innen (zum Gehalt) statt nach außen (zum Markt). Gewagte These: Zuerst wurde der US-Konsument korrumpiert, indem die amerikanische Politik die Bürger anreizte, sich unabhängig vom Einkommen Häuser zu bauen. Sie ermutigte die Banken zur Kreditvergabe an Einkommensschwache, förderte den privaten Konsum durch steuerliche Anreize, dieses private Hauseigentum zu beleihen und beschränkte das Haftungsrisiko für den Bürger auf den Verlust des Hauses. Ohne das „konstituierende Prinzip der Haftung“ verkommen Märkte aber zu Selbstbedienungsläden. Lesenswert!

Thomas Bubeck: Aus der Giftküche des Managements.
Wiley-VCH, Weinheim 2010

Jedes Unternehmen hat seine festen Verhaltenskodices, seine Aufnahmeriten, Dogmen und seine eigene Kultur. Jedes hat seine eigene Realität, die mit der Reaität des Marktes oder der Außenwelt nur entfernt zu tun hat. Dies hindert Führungskräfte eines Unternehmens nicht daran zu behaupten, ihre Sichtweisen und ihr vorgehen seien an Fakten orientiert und entsprächen ausschließlich realen Gegebenheiten. Der Autor beschreibt die Gedankenwelten von Kapitalgebern, Managern und Mitarbeitern und seziert deren Verhalten wie Machtausübung, Manipulation oder Verweigerung. Daneben stellt er Rahmenbedingungen und das wirtschaftspolitische Umfeld in den Kontext.

Ruth Enzler Denzler: Karriere statt Burnout.
Orell Füssli Verlag, Zürich 2009

Was stresst und was lässt Menschen im Berufsalltag diesen Stress in Kauf nehmen und ertragen? Die Autorin hat 40 Führungspersönlichkeiten befragt und unterscheidet drei Typen: Erkenntnistyp, Ordnungs- und Strukturtyp und sozialer Typ. Für erstere etwa gilt ständiges Streben nach Neuem als Lebensprinzip; sie würden unter der Einschränkung ihrer Autonomie leiden und bevorzugen mentale Abgrenzung als Bewältigungsstrategie.

Josef W. Seifert: Moderation und Konfliktklärung.
Gabal Verlag, Offenbach 2009

Die zentrale Aufgabe der Konfliktmoderation ist es, Beziehungsstörungen hzu erkennen, sichtbar und besprechbar zu machen. Das kann nur gelingen, wenn die Verletzungen nicht bereits zu tief sind. Immer wenn Menschen miteinander spechen, tun sie das auf zwei Ebenen gleichzeitig. Einerseits sagen sie etwas über eine Sache und andererseits sagen sie gleich dazu, wie sie das, was sie sagen, verstanden haben möchten. zu einem Konflikt kommt es, wenn bei einer Meinungsverschiedenheit emotionale Kratzer entstehen. Der Autor führt methodisch durch die Historie der Konfliktentstehung und den Zyklus der Konfliktklärung.

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